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Die Versorgungssituation libyscher Patienten in Deutschland

München, Dezember 2011. Im Rahmen des Gesundheitsplans des libyschen Übergangsrats für Verletzte der libyschen Revolution wurde almeda vom Temporary Financing Mechanism (TFM) mit der Organisation des Transports von Verletzten und der Koordination der medizinischen Versorgung in Deutschland und Österreich beauftragt. 

Dr. Stefan Kottmair, Sprecher der Geschäftsführung: „Wir fühlen uns geehrt, mit dieser gleichermaßen verantwortungsvollen wie anspruchsvollen Aufgabe betraut worden zu sein und widmen uns seit Auftragserteilung sowohl mit Scouting-Teams in Libyen, Tunesien und Jordanien als auch in Deutschland mit großem Einsatz dem Wohl der verletzten libyschen Freiheitskämpfer.“

Seit Mitte Oktober steht nun die Luftbrücke, die almeda gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern etabliert hat. Bis Ende November wurden von den almeda-Ärzteteams vor Ort aus von den mehr als 1.500 untersuchten Patienten über 500 Verletzte für den Transport vorbereitet. Diese Männer, Frauen und Kinder sind mittlerweile in über 110 Ambulanzflügen nach Deutschland und Österreich transportiert und in über 100 Krankenhäuser aufgenommen worden, wo sie optimal medizinisch versorgt werden können. Damit liegt Deutschland bei der Betreuung libyscher Verletzter im internationalen Vergleich weit vorne, sowohl, was die Anzahl der Patienten als auch das schnelle Anlaufen der Rettungsaktion angeht. Andere europäische Länder haben ebenfalls begonnen, Verletzte aufzunehmen und werden zwischen 50 und 100 Patienten versorgen. Zu den Screeningkriterien gehören neben Verletzungsmuster, Alter und der Möglichkeit der Versorgung vor Ort auch die Transportfähigkeit des Patienten. Dass die USA bislang 29 Patienten aufgenommen haben, liegt sicherlich auch an der großen Distanz, die zu überbrücken ist. Deshalb hat almeda Intensivpatienten übernommen, die von der US Army nach Deutschland gebracht wurden, da ein Langstreckenflug in die Vereinigten Staaten mit zu hohen Risiken verbunden gewesen wäre.

almeda ist sich bewusst, dass für jeden libyschen Patienten das Verlassen der Heimat und die Begegnung mit der deutschen Kultur eine große Herausforderung ist. Dem TFM wie almeda liegt das Wohlergehen jedes einzelnen Patienten sehr am Herzen. almeda legt daher großen Wert auf die soziale Betreuung unter Berücksichtigung des kulturellen Hintergrundes.

So wird unter anderem auf geeignete Mahlzeiten für Moslems, Gebetsräume, Übersetzer und in Fällen besonderer Bedürftigkeit für die Begleitung von Verwandten gesorgt. Im Zuge dessen wurde das Taschengeld auf täglich 60 € erhöht und eine Einmahlzahlung in Höhe von 500 € eingeführt, um sich die wichtigsten Dinge des täglichen Bedarfs wie z. B. warme Kleidung anschaffen zu können. Diese Anpassungen sind jetzt abgeschlossen und die Prozesse laufen rund.

Niemand soll sich allein gelassen fühlen – dazu hat almeda ein umfangreiches Netzwerk aufgebaut. Mehr als 60 Übersetzer und Betreuer kümmern sich um das Wohl der Patienten. Die Dolmetscher kommen in die Krankenhäuser und stehen für alle Fragen zur Verfügung, auch in der almeda-Notrufzentrale sind rund um die Uhr Übersetzer erreichbar. Über 11.000 Telefongespräche sind über die eigens zu diesem Zweck geschaltete Rufnummer bei almeda eingegangen. Zusammen mit der libyschen Telefongesellschaft hat almeda zudem die Möglichkeit geschaffen, dass Angehörige aus Libyen ihre verletzten Verwandten in Deutschland kostenlos bzw. zum Ortstarif anrufen können.

Die aktuelle Situation stellt für die Patienten eine große Herausforderung dar. Neben der Sorge um ihre Gesundheit belastet viele die ungewohnte Umgebung, das kältere Klima und die Trennung von ihren Liebsten. Auch wenn almeda alles daran setzt, dass sich alle Patienten in Deutschland wohl fühlen, kann es zu psychisch belastenden Situationen kommen: Die Patienten sind häufig traumatisiert, kommen in der ungewohnten Umgebung erstmals zur Ruhe, machen sich Gedanken über das Erlebte und die Zukunft, müssen realisieren, dass die Wunden an Körper und Seele langsamer heilen, als gedacht. almeda nimmt die Beschwerde jedes einzelnen Freiheitskämpfers sehr ernst und schafft über ein etabliertes Beschwerdemanagementsystem rasch Abhilfe.

„Mit Freude nehmen wir die die große Anteilnahme in breiten Kreisen der libyschen und arabischen Gemeinde wahr. Unterstützungsangebote werden gerne angenommen. Wichtig ist aus unserer Sicht, den Patienten in ihrer schwierigen Situation positiv zur Seite zur stehen. Soziale Netzwerke und Aktionen wie PostcardsforLibya  sind gute Möglichkeiten, Mitgefühl auszudrücken. Auch hier gilt: Mutmachen hilft den Patienten, den Blick nach vorne richten zu können“, so Michael P. Blasius, Leiter Vertrieb Gesundheit und Marketing.

„Rückmeldung an uns ist uns wichtig. Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht jede Mitteilung auf den diversen Plattformen wie youtube, facebook und twitter kommentieren können. Dazu sind wir zu sehr damit beschäftigt, den Patienten zur Seite zu stehen.

Wir sind überzeugt, gemeinsam mit unseren Partnern den verletzten Libyern die bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen, damit trotz ihres Einsatzes und Opfers für die Freiheit eine gute Zukunft auf sie wartet.“ 

Download arabische Übersetzung:

  

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