Vergütungsmodelle auf dem Prüfstand
München, Juni 2011. Die korrekte Methodik ist wichtig – dann lassen sich die Einsparerfolge von Vergütungsmodellen für medizinische Dienstleistungen auch wissenschaftlich exakt messen und nachweisen, so das Fazit der Autoren des nachfolgenden Beitrags.
In Deutschland befinden sich derzeit einige Vergütungsmodelle für Dienstleistungen im Versorgungsmanagement auf dem Markt, die unterschiedlich konzipiert sind. Univ.-Prof. Dr. Günther E. Braun und Dipl.-Vw. Andreas Binder vom Institut für Gesundheitsmanagement und Public Management in München und Forschungszentrum für Management im Gesundheitswesen an der Universität der Bundeswehr, München, erläutern die Grundlagen seriöser, wissenschaftlich fundierter Vergütungsmodelle, wie sie auch im Rahmen der Leistungserbringung im almeda- Versorgungsmanagement zum Einsatz kommen:
Die Vergütung enthält dabei idealerweise eine erfolgsabhängige Komponente. Ein Dienstleister, der erfolgsabhängige Vergütung bei gleicher oder verbesserter Versorgungsqualität anbietet, signalisiert seine Bereitschaft, im Sinne seines Auftraggebers zu handeln und gleichzeitig unternehmerisches Risiko zu übernehmen. Dies lässt sich durch eine faire Aufteilung der erwirtschafteten Einsparungen zwischen Auftraggeber und Dienstleister realisieren. Zur Feststellung der Einspareffekte bzw. Programmerfolge bedarf es einer ausgereiften, wissenschaftlich fundierten Evaluationsmethode.
Es existieren unterschiedliche Methoden zur Programmevaluation. Sie alle haben Vor- und Nachteile, die bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen sind (vgl. z.B. Care Continuum Alliance, Outcomes Guidelines Report, V.5) Um die Programmerfolge korrekt zu messen, wird im Idealfall eine Interventions- und Vergleichsgruppe gebildet. Die erste Gruppe umschließt diejenigen Versicherten, die eine Intervention mit Hilfe des Versorgungsmanagements erfahren. In der zweiten Gruppe sind Versicherte ohne Versorgungsmanagement. Die höchste Messgenauigkeit wird erreicht, wenn Versicherte zufällig der Interventions- und Vergleichsgruppe zugeordnet werden (Randomized Controlled Trial, RCT). Ausreichende Gruppengrößen gewährleisten die Vergleichbarkeit beider Gruppen. Eine Zufallsauswahl im Voraus ist jedoch oft nicht möglich oder auch ethisch nicht vertretbar.
Ein anderer, leichter umsetzbarer Studientyp, ist ein Vorher- Nachher-Vergleich der Kosten. Bei dieser Methode kann es jedoch durch bestimmte statistische Effekte zur Verzerrung der Ergebnisse kommen. Die Evaluation ist daher notwendigerweise von geeigneten Risikoadjustierungsmaßnahmen zu begleiten, um valide Aussagen über die Kosteneffekte zu erhalten.
Eine sinnvolle und pragmatische Alternative stellen z.B. Matching-Verfahren dar. Mit dieser statistischen Methode können Selektionseffekte weitgehend eliminiert werden. Dazu werden die Versicherten der Vergleichsgruppe so ausgewählt, dass sie den Versicherten in der Interventionsgruppe hinsichtlich bestimmter Merkmale (z.B. Alter oder Geschlecht) entsprechen.
Vergütungsmodelle auf wissenschaftlicher Basis sind also möglich. So kann beispielsweise ein Sockelbetrag (Vergütung pro Teilnehmer pro Zeiteinheit) mit einem flexiblen, erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteil aufgestockt werden. Eine Erfolgsvergütung ist dabei nur bei nachweisbarem Programmerfolg zu zahlen. Dieses Vorgehen ist aus unserer Sicht für die Kunden ein transparenter und fairer Ansatz.
Die gesamte Ausgabe des Kunden-Newsletters almeda aktuell 2/11 als PDF Download:
